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Staatssekretär und MdL Dr. Stefan Scheffold mit Berufsschülern der Johannes-Landenberger-Schule im BAW Schwäbisch Gmünd

Staatssekretär und MdL Dr. Stefan Scheffold mit Berufsschülern der Johannes-Landenberger-Schule im BAW Schwäbisch Gmünd

22. Juni 2010

Politik meets BAW

oder: Ein Politiker zu Besuch im BAW

Staatssekretär und MdL Dr. Stefan Scheffold besuchte den Unterricht der Johannes-Landenberger-Schule im Berufsausbildungswerk (BAW) Schwäbisch Gmünd

(Schwäbisch Gmünd) Erwartungsvoll sitzen sie sich gegenüber: Auf der einen Seite der Staatssekretär in Anzug und Krawatte; ihm gegenüber die 25 Jugendlichen des Berufsausbildungswerkes (BAW) Schwäbisch Gmünd. Werden sie Kontakt zueinander finden? Dr. Stefan Scheffold setzt sich lässig auf den Lehrertisch und lässt die Beine baumeln. Einige Jugendliche sehen recht verwegen aus mit ihren Kappen und ihrer Hip-Hop-Kleidung. Ihr Interesse gilt sonst eher schnellen Autos oder der Fussball-WM. Doch heute geht’s um Politik.

Teils sind es Auszubildende im 2. Lehrjahr, die den Beruf des Fachlageristen lernen, teils Teilnehmer des berufsvorbereitenden Lehrgangs. Ihre Berufsschullehrer der Johannes-Landenberger-Schule im BAW,  Yvonne Kraus und Friedemann Bär haben mit ihren Klassen im Gemeinschaftskunde-Unterricht ausführlich die Themen Landes- und Kommunalpolitik durchgenommen.  Durch diese Vorbereitung und eine Exkursion zum Stuttgarter Landtag sind sie nun gut eingestimmt auf die Begegnung mit einem „echten“ Politiker. 

Was fragt man einen Staatssekretär und Landtagsabgeordneten? Zuerst geht es um Privates: Was machen Sie in ihrer Freizeit? Kennen Sie die Bundeskanzlerin persönlich? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Die Antwort auf diese letzte Frage löst ein großes Staunen unter den Jugendlichen aus, denn einen 8-Stunden –Tag kennt ein Politiker nicht und auch die Wochenenden sind oft mit Terminen angefüllt.

Doch bald löchern die Schüler den Gast auch mit politischen Fragen: Wer entscheidet denn nun, ob eine Straße saniert wird? Sind Sie dafür, dass die Steuern steigen? Geduldig versucht nun Dr. Scheffold, komplizierte Zusammenhänge jugendnah zu erklären. Er vergleicht den Finanzhaushalt des Staates mit der privaten Situation der Jugendlichen und übersetzt immer wieder komplexe Kommunalpolitik in konkrete Aufgaben und Projekte, wie zum Beispiel den Gmünder Tunnel. 

Doch Dr. Scheffold will nicht nur antworten, er will auch zuhören. Darum fragt er nun die Jugendlichen, was ihnen unter den Nägeln brennt. Sofort steht die Sorge um eine spätere Arbeitslosigkeit im Raum. Die Schüler wissen um die Lage auf dem Arbeitsmarkt, viele haben schlechte oder gar keine Schulabschlüsse. Oft wurde ihnen in ihrer Schullaufbahn gesagt, dass ihre Chancen gering sind. „Doch das BAW war wirklich hilfreich“, sagt Can A., „ fast alle haben fürs kommende Jahr eine Ausbildungsstelle“. Erfreut nimmt Dr. Scheffold diese gute Nachricht auf und ermutigt die Azubis und Lehrgangsteilnehmer, sich ernsthaft jeden Tag neu um gute Leistung in der Ausbildung zu bemühen, dann sehe er gute Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt für ausgebildete Fachkräfte wie sie.  

„Es war sehr informativ, er war offen und ehrlich, das fand ich gut“, meinen hinterher Patrick S. und Christoph G., der eine Ausbildung zum Bürokaufmann anstrebt. „Politiker sein ist ganz schön stressig“, resümieren dagegen Burak K. und Emre B., die im Herbst eine von der Arbeitsagentur geförderte Ausbildung zum Elektriker und zum Industriemechaniker beginnen. „Das sieht so leicht aus, einfach immer viel reden, aber der Herr Scheffold arbeitet ja richtig viel.“ Und Zeit, das heutige Fußballspiel anzuschauen, hat er auch nicht. Da ist Schüler sein manchmal doch einfacher.